Fungifuturi

Projekt Mykothek

Der Aufbau einer eigenen Mykothek wurde im Jahr 2025 beschlossen und ist Teil der Fungi Futuri GmbH.
Ziel dieser Pilzkultursammlung ist es, eine Pilzproduktion mit ausschliesslich einheimischen Pilzarten aus lokalen Sorten zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen die Kulturen auch der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Was ist eine Mykothek

Eine Sammlung von aktiven Pilzkulturen wird als Mykothek bezeichnet. Solche Sammlungen basieren entweder auf dem Prinzip der Dauerkulturen im Kühlschrank oder auf der Kryokonservierung bei sehr tiefen Temperaturen.

Der Vorteil von Dauerkulturen besteht darin, dass sie relativ schnell für die Produktion verfügbar sind. Allerdings müssen sie regelmässig gepflegt werden und bleiben in der Regel nur etwa vier Jahre vital.

Die Kryokonservierung der Kulturen mithilfe einer Glycerinlösung ist dagegen deutlich unterhaltsärmer. Auf diese Weise können Kulturen grundsätzlich über einen beliebig langen Zeitraum eingelagert werden. Allerdings müssen sie nach der Lagerung vorsichtig und langsam aufgetaut werden und können anschliessend nicht direkt ein zweites Mal eingefroren werden.

Dauerkulturen

Sinn & Zweck

Mit dem Aufbau dieser Mykothek möchten wir gute, ertragreiche und robuste Pilzsorten aus der unmittelbaren Umgebung für alle Produzenten verfügbar machen.

Der treibende Gedanke hinter diesem Projekt liegt im ökologischen Aspekt. Invasive Pflanzen und Tiere, die wir Menschen aktiv eingeführt haben, sind längst ein bekanntes Thema im Zusammenhang mit unserer Biodiversität. Bei der Pilzproduktion werden diese Aspekte jedoch selten berücksichtigt. Kulturen aus aller Welt können problemlos eingekauft und für die Produktion verwendet werden.

Ein Beispiel dafür ist der Limonenseitling, ursprünglich aus Asien und inzwischen weit verbreitet als Kulturpilz. In Nordamerika ist er bereits verwildert, verhält sich invasiv und verdrängt einheimische Pilzarten. Auch in der Schweiz sind bereits Freilandfunde bekannt.

Darüber hinaus werden – und das haben auch wir in der Vergangenheit getan – für die Pilzproduktion häufig die leistungsstärksten Sorten aus dem Ausland bezogen, beispielsweise aus Japan oder den USA.

Umsetzung

Zu Beginn wird jeweils ein Fruchtkörper eines Wildpilzes entnommen, um mittels eines Gewebeklons oder über Sporen eine Reinkultur zu gewinnen. Da anhand des Myzels – selbst mit Hilfe mikroskopischer Untersuchungen – nur selten eindeutig überprüft werden kann, ob es sich tatsächlich um die gewünschte Pilzart handelt, wird die Art zusätzlich mittels DNA-Sequenzierung bestimmt.

Anschliessend folgen erste Produktionsversuche mit verschiedenen Substratzusammensetzungen sowie unter unterschiedlichen Klimabedingungen. Auf diese Weise können robuste und zuverlässig fruktifizierende Sorten ausgewählt und die idealen Produktionsbedingungen ermittelt werden.

Neben klassischen Speisepilzarten führen wir auch Versuche mit Pilzarten durch, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer besonderen Eigenschaften für die Biodiversitätsförderung oder andere Anwendungsmöglichkeiten interessant sein können.

Klonen