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Pilzhölzer beimpfen

Einführung

Pilzhölzer können nach dem vollständigen Durchwachsen an einem schattigen Platz im Garten eingegraben oder aufgestellt werden. Je nach Witterung und Standort lassen sich über mehrere Jahre hinweg Pilze davon ernten.

In dieser Anleitung erklären wir die verschiedenen Methoden zur Beimpfung von Pilzhölzern, die Auswahl der geeigneten Holzarten sowie die optimalen Standortbedingungen für das Einsetzen der Pilzhölzer im Garten.

Pilzholz Einführung

Holzauswahl

Für das Beimpfen von Pilzhölzern wird frisch geschlagenes Holz verwendet. Wichtig ist dabei, nur gesunde Bäume mit einer intakten Rinde auszuwählen. Die Rinde schützt das Holz vor dem Austrocknen und sorgt dafür, dass die Pilzhölzer während der Durchwachsphase ausreichend Feuchtigkeit behalten.

Trockenes oder bereits morsches Holz eignet sich nicht für die Pilzzucht. Zudem sollte das Holz möglichst innerhalb von drei Monaten nach dem Fällen beimpft werden, da es sonst bereits von anderen Pilzarten besiedelt sein kann oder zu stark austrocknet.

Die Beimpfung erfolgt am besten zwischen Anfang April und Ende Juni. Für ein gutes Einwachsen des Myzels sind Temperaturen um 20 °C besonders günstig.

Die geeigneten Holzarten für die verschiedenen Pilzarten finden Sie hier.

Pilzholz Holzwahl

Bohrlochmethode mit Dübeln

Zuerst wird die Dübelpackung geöffnet und die Dübel für etwa 30 Minuten in Wasser eingeweicht. Dabei ist darauf zu achten, dass verschiedene Pilzarten nicht miteinander vermischt werden.

Die Löcher werden mit einem 8,5 mm HSS-Metallbohrer gebohrt. Die Lochtiefe sollte mindestens 40 mm betragen, da dies der Standardlänge der Pilzdübel entspricht.

Bei einem Stamm mit einem Durchmesser von etwa 20 cm werden pro 1,5 m Buchenholz ungefähr 75 Dübel benötigt. Beim Shiitake liegt der Durchmesser der Eichenstämmchen meist bei etwa 10 cm, daher genügen hier 75 Dübel für rund 5 m Holz.

Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Holz werden etwa zwei Dübel verwendet.

Zuerst werden an den beiden Schnittflächen des Stammes jeweils 1–5 Löcher gebohrt. Bei einem Pilzholz mit einem Durchmesser von mehr als 30 cm ist es sinnvoll, mehr als drei Löcher pro Schnittfläche zu setzen.

Anschliessend werden entlang des Stammes in regelmässigen Abständen spiralförmig weitere Löcher gebohrt, sodass der Stamm mindestens einmal vollständig umrundet wird.

Nach dem Bohren werden die eingeweichten Dübel mit einem Hammer in die Löcher eingeschlagen.

Einige Anbieter empfehlen, die Dübellöcher mit Wachs zu verschliessen. Nach unserer Erfahrung ist dies bei Dübeln jedoch nicht notwendig, da sie kaum von Schädlingen befallen werden und das Risiko des Austrocknens deutlich geringer ist als bei anderen Beimpfungsmethoden.

Vorteile

  • Geringe Kontaminationsgefahr

  • Weniger anfällig für Schädlinge

Nachteile

  • Funktioniert bei einigen Pilzarten nicht zuverlässig

  • Spezielle Bohrer werden benötigt

  • Relativ lange Durchwachszeit

Bohrlochmethode mit Substrat oder Körnerbrut

Die zweite Methode zur Beimpfung von Pilzhölzern ist die Bohrlochmethode mit Sägemehlbrut oder Körnerbrut. Bei dieser Methode durchwachsen die Hölzer in der Regel schneller, und auch anspruchsvollere Pilzarten lassen sich damit zuverlässig kultivieren.

Wir empfehlen diese Methode insbesondere für folgende Pilzarten:

  • Igelstachelbart

  • Südlicher Schüppling (Cyclocybe aegerita)

  • Reishi (Ganoderma sp.)

  • Rosenseitling (Pleurotus djamor)

Für diese Methode verwenden wir einen 13 mm HSS-Metallbohrer. Die Lochtiefe beträgt – wie bei der Dübelmethode – etwa 40 mm.

Bei einem Stamm mit einem Durchmesser von etwa 20 cm werden pro 0,5 m Holz ungefähr 25 Löcher gebohrt. Beim Shiitake liegt der durchschnittliche Stammdurchmesser meist bei etwa 10 cm, weshalb hier 25 Löcher für etwa 1 m Holz ausreichen.

Als Faustregel kann auch bei dieser Methode gelten: Pro Kilogramm Holz werden etwa ein bis zwei Impflöcher gesetzt.

Zuerst werden an den beiden Schnittflächen des Stammes jeweils 1–5 Löcher gebohrt. Bei einem Pilzholz mit einem Durchmesser von mehr als 30 cm empfiehlt es sich, mehr als drei Löcher pro Schnittfläche zu setzen.

Anschliessend werden entlang des Stammes in regelmässigen Abständen spiralförmig weitere Löcher gebohrt, sodass der Stamm mindestens einmal vollständig umrundet wird.

Die gebohrten Löcher werden danach mithilfe eines passenden Trichters und eines Holzstäbchens mit Sägemehlbrut oder Körnerbrut gefüllt.

Zum Abschluss werden die Löcher mit Wachs verschlossen, damit die Brut nicht austrocknet und vor Schädlingen wie Mäusen oder Schnecken geschützt ist.

Vorteile

  • Sägemehl- oder Körnerbrut ist leicht erhältlich

  • Funktioniert auch mit Pilzarten, bei denen die Dübelmethode weniger zuverlässig ist

Nachteile

  • Höheres Risiko für Schneckenfrass

  • Grösseres Kontaminationsrisiko

Schnittimpfmethode

Die dritte Methode zur Beimpfung von Pilzhölzern ist die Schnittimpfmethode. Auch hier wird Körnerbrut oder Sägemehlbrut verwendet.

Für das Beimpfen von 50 cm langen Holzstücken mit einem Durchmesser von 20–30 cm werden in der Regel zwei Schnitte gesetzt. Diese reichen etwa zwei Drittel in das Holz hinein und sind ungefähr 1,5–3 cm breit.

Bei Shiitake-Hölzern werden meist drei Schnitte gesetzt, die etwa bis zur Hälfte des Stammes reichen.

Zum Erstellen der Schnitte eignet sich eine Motorsäge am besten. Um die Schnitte sicher auszuführen, empfehlen wir die Verwendung eines Sägebockes.

Anschliessend werden die Schnitte mit Körnerbrut oder Sägemehlbrut gefüllt. Danach werden sie sorgfältig mit Gewebeband oder Klarsichtfolie verschlossen, damit die Brut nicht austrocknet und vor Schädlingen geschützt ist.

Vorteile

  • Schnelle Durchwachszeit

  • Sägemehl- oder Körnerbrut leicht erhältlich

  • Funktioniert auch mit Pilzarten, bei denen die Dübelmethode nicht zuverlässig funktioniert

Nachteile

  • Motorsäge erforderlich

  • Erhöhtes Risiko für Schädlingsbefall

Körnerbrut Lagerung

Beimpfen mit Körnerbrut und Sterilisierten Baumstämmen

Alle unsere Pilzhölzer werden ab 2026 nach dieser Methode hergestellt.

Dabei werden die Baumstämme vor der Beimpfung mit Körnerbrut mittels Heissdampf sterilisiert. Zuerst werden die Baumstämme in Schlauchfolie oder Mikrofilter-Schlauchfolie verpackt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Folie ausreichend lang ist, sodass die Säcke nach der Beimpfung oben zugeschweisst werden können.

Anschliessend werden die Stämme für etwa 15 Stunden bei ca. 95 °C sterilisiert.

Nach der Sterilisation werden die Stämme zum Abkühlen vor eine Reinluftbank (Laminar Flow) gestellt. Sobald sie ausreichend abgekühlt sind, werden etwa 200 g Körnerbrut auf die Oberfläche des Holzes gegeben.

Zum Schluss werden die Säcke oben verschweisst, sodass das Myzel das Holz unter möglichst sterilen Bedingungen durchwachsen kann.

Vorteile

  • Sehr sichere Methode, da das Holz vor der Beimpfung sterilisiert wird

  • Sehr schnelle Durchwachszeit

Nachteile

  • Stämme müssen mittels Heissdampf sterilisiert werden

  • Mikrofiltersäcke in der Grösse der Baumstämme erforderlich

Körnerbrut Lagerung

Durchwachsen der Pilzhölzer

Nach dem Beimpfen mit der Dübelmethode werden die Pilzhölzer zunächst mit einer Giesskanne gut befeuchtet.

Bei allen Methoden – ausser beim Beimpfen mit sterilisierten Baumstämmen – werden die Pilzhölzer anschliessend in einen Plastiksack eingepackt. Der Sack wird mit einem wasserfesten Filzstift mit der Pilzart und dem Impfdatum beschriftet.

Alternativ können die Pilzhölzer auch mit Alustreifen gekennzeichnet werden. Dazu lassen sich beispielsweise alte Aluminiumdosen in Streifen schneiden und mit einem Kugelschreiber oder einem Nagel beschriften.

Zum Einpacken eignen sich durchsichtige 60-Liter-Kehrichtsäcke, sodass die Pilzhölzer auch im geschlossenen Sack kontrolliert werden können.

Nach dem Verpacken werden die Hölzer zusätzlich mit einer dunklen Plane abgedeckt und an einem schattigen, feuchten Ort gelagert.

Sobald die Pilzhölzer gut durchwachsen sind, ist ihre Oberfläche vollständig mit weissem Pilzmyzel überzogen. 

Körnerbrut Lagerung

Pilzhölzer pflanzen

Zum Pflanzen wird zuerst der Plastik entfernt. Die Pilzhölzer werden anschliessend stehend zu etwa zwei Dritteln in der Erde eingegraben. Dabei spielt es keine Rolle, welche Seite des Stammes oben oder unten ist.

Vor dem Einsetzen kann in das Pflanzloch etwas Hühnermist oder reifer Kompost eingebracht werden. Dies kann den späteren Ertrag steigern. Frischer Rindermist ist hingegen ungeeignet, da er zu nährstoffreich und zu feucht ist.

Bei Hölzern, die noch nicht vollständig durchwachsen sind, lohnt es sich oft, noch einige Monate zu warten. Auch ein Stamm, der an der Oberfläche noch nicht gleichmässig mit Myzel überzogen ist, kann sich später zu einem guten Pilzholz entwickeln.

Zwischen Pilzhölzern derselben Sorte sollte ein Pflanzabstand von etwa 20 cm eingehalten werden, damit die Fruchtkörper genügend Platz zum Wachsen haben und nicht zusammenwachsen.

Zwischen verschiedenen Pilzarten empfiehlt sich ein Abstand von etwa 100 cm, damit sich die Ausläufer des Myzels nicht gegenseitig verdrängen. Andernfalls kann der Ertrag deutlich geringer ausfallen.

Bei Hölzern, die nicht schön durchwachsen sind, lohnt es sich, noch ein paar Monate länger zu warten. Auch ein Pilzstamm, der an der Oberfläche nicht so schön durchwachsen aussieht, kann zu einem guten Pilzholz werden.

Zwischen den Pilzhölzern gleicher Sorte sollte ein Pflanzabstand von 20 cm eingehalten werden, damit die Fruchtkörper nicht zusammenwachsen. Zwischen verschiedenen Sorten sollte der Abstand 100 cm betragen, damit die Ausläufer des Myzels sich nicht gegenseitig bekämpfen, dies würde den Ertrag stark schwächen.

Körnerbrut Lagerung