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Körnerbrut herstellen

Einführung

Die Körnerbrut wird verwendet um Substrate wie Substrat, Stroh, Dübel und Pilzhölzer zu beimpfen.
Bei der Herstellung von dieser müssen wir sehr sauber arbeiten, ansonsten ergeben sich schnell Kontaminationen durch Schimmelpilze oder Bakterien.
Wir arbeiten in unserem Betrieb mit Roggenkörnern, andere Pilzzüchter verwenden aber auch Weizenkörner oder ungeschälte Hirse. Bei der korrekten Sterilisation werden alle Rohstoffe funktionieren. Am besten werden Bio-Körner verwendet. Eine 2.5kg Körnerbrut reicht für das Beimpfen von ca. 45kg Sterilisiertem Substrat unter Sterilen Bedingungen, falls ohne Hiessdampf sterilisierung oder Autoklavierung gearbeitet wird wie bei dem Beimpfen von pasteurisiertem Stroh empfehlen wir pro 2.5kg Körnerbrut maximal 10kg Substrat. Rechts die benötigten Materialien für die Herstellung von Körnerbrut. 

Körnerbrut benötigte Rohstoffe

Rezeptur

Unsere Grund-Rezeptur für 2.5kg Körnerbrut ist folgende:

  • 1100g Roggenkörner
  • 30g Sägemehl, am besten von der Buche (Feuchtigkeitsregulation)
  • 1 TL Kalk
  • 1.5 Liter Wasser

Zuerst werden Roggenkörner, Sägemehl und Kalk in einem Mikrofilter Beutel gemischt, danach das Wasser zugegeben. Wir verwenden Mikrofilter Säcke der Firma Unicorn, am besten hat sich bei uns das Modell 3T bewährt. Beutel falten gemäss Bild auf der rechten Seite. Eine weitere Methode ist auf der Seite vom MRCA ersichtlich.

Autoklavieren

Die Beutel werden nun in einen Autoklav oder Dampfkochtopf gelegt, am besten so das zwischen den Beuteln ein Abstand ist (Kreuzbeige). Die Zeit wird so festgelegt, das nach erreichen von 121 Grad für 1 Stunde autoklaviert wird. Danach wird gewartet bis die Temperatur unter 100 Grad absinkt (Achtung, beim Öffnen bei über 100 Grad! Topf oder Autoklav steht unter Druck). Danach werden die Körner im Mikrofiltersack geschüttelt und nochmals für eine Stunde bei 121 Grad autoklaviert. Autoklav oder Dampfkochtopf unter 100 Grad abkühlen lassen und die Säcke vor einen Sterilbank oder in eine Glove Box stellen. Rechts die Falttechnik für das Autoklavieren der Körnerbrut in Mikrofiltersäcke. 

Körnerbrut beimpfen

Nachdem die Körner eine Kerntemperatur von unter 25 Grad erreicht haben, können diese beimpft werden. Bei uns hat sich das Beimpfen mit Flüssigmyzel bewährt, es kann aber auch eine bereits durchwachsene Körnerbrut oder eine Petrischale verwendet werden. Bei den drei Varianten müssen die Medien vor dem Transfer in die Glove Box oder in die Reinluftbank desinfisziert werden.  

Mit Flüssigmyzel beimpfen
Der Mikrofiltersack mit den Körnern wird geöffnet und 10 – 20ml von dem Flüssigmyzel beigegeben. Die Säcke werden nun verschweisst. Mikrofilter Säcke nach dem Beimpfen nicht schütteln.

Beimpfen mit Körnerbrut
Von dieser wird ca. 30g beigegeben. Mikrofiltersäcke verschweissen und Körner schütteln.

Beimpfen mit Petrischale
Am besten wird eine komplette Petrischale pro Körnerbrut verwendet. Diese vor dem Transfer in die Körnerbrut mit einem sterilisierten Skalpell in kleine Stücke schneiden (ca. 5x5mm) und danach die Säcke verschweissen. Die Säcke schütteln damit sich die Stücke gut verteilen

Körnerbrut durchwachsen

Nun werden die Mikrofilter Säcke in einen warmen Raum transferiert. Die optimale Temperatur beträgt 24 Grad und soll 27 Grad nicht überschreiten. Bei den mit Flüssigmyzel beimpften Säcken wird gewartet bis sich an der Oberfläche der Körner ein Myzelmatte gebildet hat. Diese soll ungefähr 3cm gross sein. Dann werden die Säcke ein erstes mal geschüttelt, sodass sich die bereits besiedelten Körner gut in den restlichen verteilen. Normalerweise genügt ein einmaliges Schütteln. Bei einer ungleichen Besiedelung der Körner kann auch ein zweites Mal geschüttelt werden.
Beim Beimpfen mit Körnerbrut entfällt das Schütteln normalerweise. Die Durchwachsungszeit beträgt je nach Pilzsorte 1 – 3 Wochen. Die Körnerbrut ist fertig, sobald sich einen gleichmässigen Bewuchs der Körner zeigt bzw. diese komplett mit Myzel überzogen sind. 

Lagerung der Körnerbrut

Die Körner können mit Ausahme des Rosenseitlings in den Kühlschrank transferiert werden. Die Haltbarkeit beträgt 1 – 3 Monate. Je nach Pilzsorte verliert die Körnerbrut nach und nach an Vitalität und das damit beimpfte Substrat wird weniger schnell durchwachsen. 

Körnerbrut Lagerung