Beim ersten Versuch, den Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)-Strain Lsul-001 zum Fruchten zu bringen, waren wir bei 2 von 10 Substratsäcken erfolgreich (Nr. 4 und Nr. 7). Entgegen den meisten beschriebenen Zuchtversuchen haben wir auf einen Kälteschock verzichtet. Der Temperaturunterschied zwischen dem Durchwachsungsraum, in dem die Substratsäcke inkubiert wurden, und den Fruchtungsräumen betrug lediglich etwa 6–8 Grad.
Wir haben versucht, die Fruchtung durch verschiedene Schnitttechniken an den Substratsäcken einzuleiten. Die einzigen erfolgreichen Fruktifizierungen erfolgten jedoch direkt durch den Filter der Mikrofiltersäcke. Dabei muss erwähnt werden, dass der Filter nicht direkt am Substrat anlag, sondern durch eine zusätzliche Schicht des Sackmaterials davon getrennt war (siehe Beitragsbild).
Die Beimpfung der Säcke erfolgte direkt mit Körnerbrut, welche zuvor mit Flüssigmyzel beimpft worden war. Pro 10 kg Substrat wurden 0,83 kg Körnerbrut verwendet.
Diesen Sommer hatten wir bereits erste Erfolge bei der Zucht des Schwefelporlings auf Baumstämmen. Etwa 50 % der Baumstämme wurden zunächst durch Dampf sterilisiert, anschliessend mit Körnerbrut beimpft und zum Durchwachsen in Plastiksäcke verpackt. Nach rund drei Monaten wurden die Baumstämme etwa zur Hälfte in die Erde eingelassen.
Im Juni zeigten sich die ersten Fruchtkörper. Die Beimpfung erfolgte mit einem Strain aus den USA. Dies veranlasste uns, zusätzlich einen Versuch mit dem Strain Lsul-001 auf Substrat durchzuführen.
Momentan ist neue Körnerbrut angesetzt, und wir wiederholen den oben beschriebenen Ablauf. Weitere Informationen folgen voraussichtlich Anfang Februar.